skip to Main Content
«Wir Freuen Uns Alle Wieder Auf Die Gemeinsame Znünipause»

«Wir freuen uns alle wieder auf die gemeinsame Znünipause»

Martina Ruch hat bei RUCH die Fäden in der Hand, wenn es um Corona geht. Im Interview lässt sie hinter die RUCH-Kulissen mit 50 Mitarbeitenden blicken und erzählt, wie RUCH die ausserordentliche Lage gemeistert hat.

Martina Ruch, Mitglied der Ruch-Geschäftsleitung, im Interview mit Karin Brun

Seit der Corona-Pandemie ist vieles anders – auch im Unternehmensalltag. Wie sieht die Lage bei RUCH aus? Wie beeinflussen die angeordneten Massnahmen des Bundes die Produktion, die Arbeit auf den Baustellen oder das Wartungsgeschäft?

Selbstverständlich mussten auch wir organisatorische Massnahmen treffen, um alle Anordnungen des Bundes umsetzen zu können. So haben wir die ganze Belegschaft in unterschiedliche Teams aufgeteilt. In den Teams wird einerseits gearbeitet, andrerseits verbringt man zusammen die Pausen. Damit minimieren wir die Durchmischung der Mitarbeitenden

Auch die Personenabstände werden, wenn immer möglich, eingehalten. Wenn der notwendige Abstand zwischen den Mitarbeitenden nicht gewährleistet werden kann, kommen Gesichtsmasken zum Einsatz.

Die Arbeiten im Betrieb und auf der Baustelle konnten unter Berücksichtigung der angeordneten Massnahmen weitergeführt werden. Der interne Reinigungsaufwand von Türklinken, Arbeitstischen etc. hat stark zugenommen.

Hat RUCH für die Umsetzung der Massnahmen eine interne Taskforce eingesetzt?

Ja. Pro Team wurde ein «Chef» definiert, der die Team-Hauptverantwortung trägt. Übergeordnet bin ich die «Corona-Chefin». 😊

Wo liegen die Hauptschwierigkeiten bei der Umsetzung der Massnahmen?

Der persönliche Kontakt kommt viel zu kurz. Die gemeinsame Znüni-Pause der ganzen Belegschaft ist immer noch aufgehoben. Der Austausch untereinander leidet dadurch stark. Wir mussten auch unsere Betriebsinfo vor Ostern mit dem gemütlichen Osterzvieri absagen, was wir sehr bedauern. Die Kommunikation in den Projektteams und mit den Kunden ist im Metallbaubetrieb intensiv. Konnte diese während der ausserordentlichen Lage überhaupt noch aufrechterhalten werden?

Auf den persönlichen Face-to-Face-Kontakt mit Kunden haben wir weitgehend verzichtet. Dank den Videokonferenzen können wir die spezielle Situation kommunikativ optimal überbrücken und die Projekte trotzdem gut managen.

Wie erfolgte die Kommunikation während der Krise mit den Mitarbeitenden? 

Jede Massnahme und jede Massnahmenänderung wird per Geschäftsleitungs-Videobotschaft oder via Aushänge an unsere Mitarbeitenden kommuniziert.

Wie hat die RUCH-Belegschaft die ausserordentliche Lage im Betrieb erlebt?

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Massnahmen gut umgesetzt. Und wichtig ist, sie haben sich auch daran gehalten. Ich bin sehr zufrieden und danke allen Mitarbeitenden für ihre Disziplin und ihr Engagement.

Die Aufrechterhaltung von Lieferketten ist eine grosse Herausforderung für viele Unternehmen. Wie sieht die Situation Bei RUCH aus? Konnten die Lieferketten bisher lückenlos geschlossen werden?

Glücklicherweise haben wir bis jetzt keine Lieferunterbrüche und konnten immer produzieren. Lieferanten für Befestigungsmaterial haben uns zugesichert, dass nun die Werke in Osteuropa wieder hochgefahren werden, was sehr positiv ist.

Sind wegen der Coronakrise Kundenaufträge weggebrochen?

In gewissen Bereichen spüren wir einen Auftragsrückgang. Die Privatkunden zögern noch, Servicemitarbeiter Zuhause zu empfangen. Deshalb werden viele Reparaturaufträge verschoben. Auch die Rohrlaseraufträge haben abgenommen, weil die Hauptauftraggeber in der Industrie angesiedelt sind. Dieser Sektor verzeichnet ja bekanntlich grosse Umsatzeinbrüche.

Habt ihr während der Krise spezielle Erfahrungen gemacht mit Kunden, Lieferanten oder der Politik? Habt ihr Unterstützung erfahren, habt ihr Hilfe gestiftet?

Zu Beginn der Krise war mit den Kunden am Telefon oft «Small Talk» angesagt, was sonst eher selten der Fall ist. Die persönliche, gegenseitige Anteilnahme war spürbar. Kunden haben sich zum Beispiel erkundigt, wie es bei uns läuft und ob es allen gut geht. Der Umgang war viel persönlicher.

Konnte RUCH auch Positives aus der Krise schöpfen?

Die Teams-Plattform von Microsoft wurde in der Geschäftsleitung innerhalb einer Woche eingeführt. Zuvor wurde oftmals darüber «gesprochen», dass wir das Projekt angehen sollten. Zudem haben wir den enormen Nutzen von digitalen Meetings, welche viel effizienter gehalten werden können, erkannt.

Wie sehen die nächsten drei Monate aus? Bereitet sich RUCH schon auf das Szenario einer zweiten Welle vor? Wie sieht die Rückkehr zur Normalität aus?

Wir haben einen guten Arbeitsvorrat, was uns positiv stimmt. Von Normalität kann noch nicht die Rede sein. Wir warten noch zu. Wir freuen uns jedoch darauf, wenn wir wieder alle miteinander die Znünipause verbringen dürfen und werden den verpassten Mitarbeiteranlass mit Sicherheit nachholen. 😊

Back To Top