Altdorf

Wendeltreppe Gemeindehausplatz

Industrie-Architektur im Spannungsfeld der altehrwürdigen Gebäude

Die neu erbaute Tiefgarage unter dem Gemeindehausplatz in Altdorf soll dem Parkplatzmangel entgegenwirken und den Verkehr im Dorfzentrum beruhigen. RUCH durfte die zur Tiefgarage gehörende Stahl-Wendeltreppe produzieren. Der rostige Cortenstahl verleiht der Treppe einen industriellen Charakter, was einen visuellen Spannungsbogen zu den altehrwürdigen Bauten bildet. Bei näherer Betrachtung der Treppe fällt auf, dass sie aus unterschiedlich geformten Stahlrahmen zusammengesetzt ist und deshalb wie ein transparentes, filigranes Kunstwerk wirkt.

Cortenstahl ist ein hochfester, niedriglegierter, schweissbarer Konstruktionsstahl mit einer aussergewöhnlichen Witterungsbeständigkeit. Die chemische Zusammensetzung des Stahls ermöglicht die Bildung einer Rostschicht. Diese beschichtet das Objekt und stoppt den Korrosionsprozess. Sie dient mit der auffälligen Oberfläche auch als Stilmittel. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass der Cortenstahl umweltfreundlicher ist als der herkömmliche Stahl.

Bautafel

Standort

Altdorf

Bauart

Stahlbau

Bauherr und Auftraggeber

Gemeinde Altdorf

Architekt

Tschuppert Architekten

Totalunternehmer

IGD Grüter AG

Fertigstellung

Ende März 2020

Rost ist nicht gleich Rost

Um den Rostprozess zu beschleunigen, wurden die Einzelzeile zuerst mit Sand gestrahlt und danach mit einem Anrostmittel behandelt. Das Ziel dieses Verfahrens ist, eine relativ homogene Rostoberfläche zu erhalten. Alleine durch die Witterung könnte kein gleichmässiges Rost-Resultat erreicht werden, denn nicht alle Bauteile sind der gleichen Exposition ausgesetzt.

Nicht nur die Treppe selber, sondern bereits schon die Beschaffung und die Herstellung hatten ihre eigenen Gesetzmässigkeiten. Das fing bei der Materialbestellung an: Cortenstahl kann nicht am Stück gekauft werden, denn aus diesem Material sind nur Blecherzeugnisse erhältlich. So haben wir den Stahl bereits schon «lasergeschnitten» eingekauft. Gewisse Blechstärken sind sogar nur exklusiv ab Werk erhältlich, was zu 12 Wochen Lieferfrist führt.

Clevere Montagestrategie:
aus fünf mach eins

Die Treppe wurde in fünf Bauteilen vorfabriziert und dann in einzelnen Elementen auf den naheliegenden Gemeindehausplatz transportiert. Unter der Leitung von Luca Herger setzte das RUCH-Montageteam zuerst den runden Mittelturm von 10 Metern Höhe und 1,5 Metern Durchmesser. Anschliessend wurden zwei Stahltreppenelemente versetzt. Die Montage des Daches, welches aus zwei Hälften bestand, bildete den Abschluss des Altdorfer Treppen-Abenteuers.

Das ganze RUCH-Team ist erfreut über die besondere architektonische Note auf dem Gemeindehausplatz in Altdorf. Es erfüllt unsere Mitarbeitenden mit Stolz, die eigene Arbeit auf dem Arbeitsweg oder in der Mittagspause im Dorfkern betrachten zu können. Geleitet wurde das Projekt von Marc Erb, Walter Zgraggen hat die 3D-Konstruktionszeichnungen erstellt.

Projektablauf

Planung

Schon in der Phase der internen 3D-Planung wurde darauf geachtet, dass RUCH möglichst grosse, transportfähige Teile an die Baustelle liefern kann.

Produktion/Montage

Die insgesamt fünf verschiedenen Elemente wurden in der eigenen Produktionshalle vorgefertigt. Die Teile wurden dann direkt auf der Baustelle miteinander verschweisst. Dank dieser umfangreichen Vorfertigung gelang es die Bauzeit auf Kundenseite deutlich zu verkürzen.

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